Mein zweiter Hund: ABBAN

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Abban von den Eichelwiesen
(24.09.1993-18.07.2001)

 

Nach dem Tod von Bac begrüßte mich niemand mehr an der Haustür, und keiner lag mehr im Weg herum. Ich vermisste das so sehr.

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Zunächst sah es so aus, als sollten meine Bemühungen um einen neuen Hund scheitern. Mein Mann, damals noch Lebens- gefährte, war nicht damit einverstanden. Doch da gab es diesen EINZIGEN Jungrüden in ganz Deutschland, der nur auf mich wartete. So ließ ich mich zu einer Nacht-und-Nebel-Aktion hinreißen, stand eines Tages da mit dem 4 Monate alten Abban – und wir wurden aufgenommen.

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Abban vermisste anfangs sehr sein Hunderudel und ließ seinen Frust während meiner vormit täglichen Abwesenheit am Inventar aus. Täglich erwarteten mich neue Horrorszenarien. Als Krönung vergriff er sich an meiner 10-bändigen Sonderausgabe des Dudens. Den einen Band zerlegte er gerade, als ich heimkam. Jetzt reichte es mir. Ich haute ihm das zerfetzte Buch rechts und links um die Ohren, was ihn dann übrigens ein für alle Mal von Büchern abhielt, und beschloss, schleunigst an unserem Leben etwas zu ändern.

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Also begaben wir uns auf den Hundeplatz: Jede Woche dreimal Training, davon zweimal Gehorsamsübungen und einmal Breitensport. Dazu hatte Abban reichlich Gelegenheit, sich vor und nach dem Training auszutoben. Meine Rechnung ging auf: Abban war zwischen den Trainingstagen so fertig, dass ihn die Wohnungseinrichtung nicht mehr interessierte.

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Allmählich wurde Abban zum faulen Deerhound, der zwischen den Trainingstagen am liebsten auf seiner Matratze herumlag und morgens nicht aufstehen wollte. Meinem Lebensgefährten war es regelmäßig peinlich, wenn er dabei gesehen wurde, wie er den Hund mit 84 cm Schulterhöhe und 54 kg Gewicht gassi zog.

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Aber auf dem Hundeplatz war Action. Abban war der allererste Deerhound, der Begleithundprü- fungen ablegte und der Breitensport – später umbenannt in Turniersport – lag ihm sehr. Wir nahmen an etlichen Turnieren teil, auch mein Sohn mit damals erst 6 Jahren. Leider fand unsere sportliche Betätigung ein jähes Ende. Im Breitensporttraining verletzte sich Abban so schwer, dass an eine weitere sportliche Karriere nicht zu denken war.

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Schon vor diesem Unfall war ich als Ausbilderin von Anfängerteams und als stellvertretende Breitensportwartin tätig gewesen. Unter Mithilfe meines sehr souveränen und bestens sozialisierten Hundes widmete ich mich nun voll der Ausbildung von Familien- und Begleithunden. Abban leistete insbesondere bei der Resozialisierung von Problemhunden und bei Konflikten zwischen Junghunden – hier sorgte er kurzerhand für Ordnung, indem er sie unterwarf – hervorragende Dienste.

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Leider war ihm kein langes Leben beschieden. Der Tod schlich sich früh und unbemerkt ein. Nach einer monatelangen Odyssee zwischen Ärzten, Kliniken und Heilpraktikerin und Anwendung sämtlicher verfügbarer Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bekam ich erst Minuten vor seinem Tod Aufschluss über das tödliche Leiden, das er in sich trug: Ein Knochentumor kostete ihn mit nicht einmal 8 Jahren das Leben.

Um meinem Schock und dem endlosen Schmerz entfliehen zu können, bemühte ich mich um Ablenkung. Die fand ich in der Suche nach einem neuen Hund. Chaya stand mir bevor, ich wusste es nur noch nicht...

 

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(11.12.2008)

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