Freizeitvergnügen Hundesport
Perfekt ist es natürlich, wenn der Hundeführer sich für eine bestimmte Sportart interessiert und gezielt den passenden Hund erwirbt. Gerade das ist aber nicht die Regel, und deshalb möchte ich hier auch nur auf den umgekehrten Fall eingehen.
Meist siegt nämlich das Herz über den Verstand und das Hundchen ist im Haus, bevor man sich weitere Gedanken gemacht hat. Zum Glück ist auch diese Reihenfolge nicht die Schlechteste, denn Tierliebe, Einfühlungs- vermögen und nicht zuletzt die vielfältigen Anlagen und die enorme Anpassungsfähigkeit des Hundes führen oft zu ganz überraschenden Erfolgen auf allen Ebenen.
Es ist eine Frage der Einstellung, wie man das Leben mit dem Hund gestaltet. Bewegung und Beschäftigung sollten auf jeden Fall dazu gehören. Warum also nicht eine sportliche Karriere? Auch hier gilt: Die Kleinsten sind nicht selten die Größten. So steckt in den vermeintlichen Schoßhunden oft weit mehr als man denkt. Niemand sollte seinen Hund unterschätzen und womöglich unterfordern.
Unter den verschiedenen Sportarten findet sicher jeder das Richtige für sich und seinen Partner Hund.
Bei der Wahl der Sportart sollte man sich in erster Linie an den Anlagen des Hundes orientieren. Es ist wie bei den Menschen auch. Man kann nur diejenigen Talente hervorlocken, die in einem schlummern. Einen Hund soll und darf man zu nichts zwingen, was ihm nicht liegt - der immer erforderliche Grundgehorsam sei hier mal ausgeklammert -, sonst verliert er die Arbeitsfreude. Und Frauchen oder Herrchen, die sich doch so intensiv bemüht haben, werden wegen der ausbleibenden Erfolge ebenfalls bald frustriert sein. Das ist der falsche Weg. Hundesport ist ein Freizeitvergnügen, und das soll Spaß machen!
Wer seinen Hund genau beobachtet, findet schnell seine Begabungen heraus. Sucht und findet er Gegenstände? Spielt und apportiert er gern? Ist er lauffreudig und springt begeistert über Hindernisse? Ist er besonders wachsam? Ich kenne keinen Hund, bei dem nicht mindestens eine der Antworten “ja” lautet.
Erst an zweiter Stelle stehen die Interessen des Hundeführers. Wieviel Zeit und Mühe kann und mag er investieren? Ist er selbst bewegungsfreudig? Ist er bereit, früh aufzustehen und notfalls Wind und Wetter zu trotzen? Möchte er den Sport hobbymäßig betreiben oder strebt er eine Karriere an?
Erst zum Schluss kommt die entscheidende Frage: Wie und wo lassen sich die Interessen des Hundeführers mit den Anlagen des Hundes vereinbaren?
Unentschlossene sollten sich erst einmal über die verschiedenen sportlichen Möglichkeiten informieren. Hierzu kann man etwa ganz unverbindlich Hundesportveranstaltungen besuchen und sich durch Zusehen und Kontakt mit den Teilnehmern ein Bild machen. Wer einen bestimmten Verein ins Auge gefasst hat oder sogar schon Mitglied ist, bekommt normalerweise Gelegenheit zum Schnuppertraining. Der zuständige Ausbilder wird hier beratend zur Seite stehen und dem Team weitere Empfehlungen geben.
Keine Sorge, man muss sich ja nicht auf Dauer festlegen. Mit der Zeit können sich körperliche Konstitution und Neigungen ändern und der Übergang zu einer anderen Sportart ist in der Regel problemlos möglich.
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